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Unsere erste Bildungsreise nach Oświęcim
Im Mai 2024 sind wir als SoliPack e.V. aus Leipzig mit 60 Teilnehmenden nach Oświęcim gefahren, um die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau zu besuchen. Die 5-tägige Fahrt war als Bildungsreise konzipiert: In der Vor- und Nachbereitung als auch vor Ort haben wir uns mit der historischen Realität der Konzentrationslager und dem Kontext der Shoah in Verbindung mit historischem und modernem Antisemitismus auseinandergesetzt. Das Ziel war es nicht nur die Mechanismen zu verstehen, die vor 70 Jahren zu der industriellen Massenermordung geführt haben, sondern auch Lehren und Konsequenzen für heutiges politisches Handeln daraus zu ziehen. Unabhängig von der thematischen Ausrichtung hat die Reise dazu beigetragen, die Teilnehmenden zu Multiplikator*innen des Erlebten und Gelernten sowohl in ihren persönlichen als auch in ihren politischen Lebenswelten zu machen.
Das Programm sollte einerseits für Menschen mit unterschiedlichen Wissensständen zugänglich sein, andererseits aber auch kritische Perspektiven z.B. auf eine hegemoniale Erinnerungskultur ermöglichen. Thematisch wurde sich im Rahmen der Vorbereitungsworkshops mit der Definition von Antisemitismus, dessen historischen Kontinuitäten und modernen Ausprägungen auseinandergesetzt. Während der Reise lag der Fokus vor allem auf historischen Aspekten. Dazu wurde sich mit jüdischem Leben in Polen und besonders Oświęcim vor, während und nach der Shoah beschäftigt. Daneben wurde sich mit den politischen Mechanismen und der Geschichte der Shoah in Workshops und Führungen auseinandergesetzt. In Reflexions- und Diskussionsrunden wurde weiter über antisemitische Kontinuität gesprochen und Fazits für ein politisches Handeln heutzutage gezogen.
Zur Vorbereitung der Reise haben sich die Teilnehmenden an zwei Nachmittagen im April getroffen. Beim ersten Treffen konnten sich alle Teilnehmenden in einer lockeren Kennenlernrunde austauschen, ihre Kleingruppen kennenlernen und den bisherigen Reiseplan besprechen. Wenige Wochen vor der Reise fand das zweite Vorbereitungstreffen statt. Mit einem vom Netzwerk für Demokratie und Courage geleiteten Workshop zum Thema „Antisemitismus früher und heute“ haben wir uns als Teilnehmende mit historischen und aktuellen Quellen auseinandergesetzt und unser thematisches Wissen vertieft.
Unser Reiseplan war trotz geplanter Pausen sehr straff organisiert, mit dem Ziel in der kurzen Zeit von fünf Tagen so viele Eindrücke, Erfahrungen und Wissen wie möglich sammeln zu können. Als Organisationsteam haben wir den Teilnehmenden aufgrund der Schwere des Themas und der Fülle der Informationen offengelassen, an jedem einzelnen der Programmpunkte teilzunehmen.
Ein besonderer Programmpunkt während unserer Reise war das Zeitzeuginnengespräch mit Frau Rena Rach in Krakau. Die Möglichkeit, eigene Fragen und Gedanken mit einer Zeitzeugin zu besprechen war für viele Personen eine sehr besondere Erfahrung. Ein genaues Programm findet sich auf unserer Website und auf unserem Instagram Account.
Während der Reise fand jeden Abend ein organisatorisches Treffen statt. Dort wurden die Programmpunkte für den nächsten Tag kommuniziert und eventuelle Fragen geklärt. Daneben wurde in der Großgruppe nochmal auf den Tag zurückgeblickt. Alle Teilnehmenden während der Reise ein Heft, in dem sie ihre Eindrücke und Erfahrungen festhalten konnten. In der Großgruppe wurde sich jeden Abend ca. zehn Minuten Zeit genommen, um dieses auszufüllen. Im Anschluss wurde die Möglichkeit eröffnet, einzelne Punkte in der Großgruppe zu besprechen. Anhand von Reflexionsfragen wurde Raum geboten, die Ereignisse des Tages festzuhalten und sich anschließend in Kleingruppen auszutauschen. Im Anschluss hatten alle Teilnehmenden die Möglichkeit zur Reflexion des jeweiligen Tages in den Kleingruppen. Danach wurde sich meist unabhängig von den jeweiligen Gruppen für ein entspanntes Beisammensein zusammengefunden.
Vor und während der gesamten Reise wurde den Teilnehmer*innen die Möglichkeit kommuniziert, an der Ausgestaltung der Reise teilzunehmen. Diese Möglichkeit wurde von Teilnehmer*innen überwiegend während des Reisezeitraums in Anspruch genommen. Teilnehmer*innen haben beispielsweise Anregungen und Ideen zu Programm-punkten gegeben, eigene Ideen eingebracht oder Angebote während der freien Zeit selbstständig für die gesamte Gruppe organisiert. Insbesondere das Awarenessteam wurde maßgeblich von Teilnehmenden mitgetragen.
Um das gelernte und erlebte nochmal mit ein wenig Abstand zu besprechen haben wir uns zwei Woche nach Ende der Reise zu einem Reflexionstreffen in Leipzig getroffen. Das Treffen bot Rahmen für ein gegenseitiges Wiedersehen, zusammen über die Verarbeitung und Fazits aus dem gelernten zu besprechen und direktes oder anonymes Feedback zu äußern. Aufgrund des tollen Feedbacks sehen wir uns bekräftigt im Sommer 2025 eine weitere Reise zu organisieren.
Die Reise hat vorrangig durch die Unterstützung des KJP des Bundes und die IBB stattfinden können. Die finanzielle Förderung ermöglichte es allen Teilnehmenden, unabhängig von deren finanzieller Situation, teilzunehmen. Um an der Fahrt teilzunehmen waren Teilnehmende angehalten einen Beitrag von 50 EUR beizutragen. Es bestand die Möglichkeit, einen ermäßigten Beitrag von 35 EUR zahlen zu können, sowie ein Solidaritätsbeitrag für 75 EUR für alle, die die Reise zusätzlich unterstützen wollten.
Abschließend wollen wir uns als SoliPack e.V. und im Namen aller Teilnehmenden bei der KJP und IBB herzlich für die finanzielle Unterstützung bedanken. Ohne diese wäre unsere Fahrt nicht möglich gewesen. Herzlichen Dank!
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Ankündigung
Im Mai 2024 organisieren wir als SoliPack e.V. eine Bildungsreise zur Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Die Teilnahme an der Reise steht allen 18 bis 26 jährigen Personen offen und kostet auf Soli-Basis 50€.
Die 5-tägige Fahrt vom 08.05.2024 – 12.05-2024 ist als Bildungsreise konzipiert und verfolgt das Ziel der politischen Bildung der Teilnehmer*innen. Als antifaschistische Gruppe setzen wir uns mit der historischen Realität der Konzentrationslager und dem Kontext der Shoah in Verbindung mit dem historischen Antisemitismus auseinander. Das Ziel ist es nicht nur die Mechanismen zu verstehen, die vor 70 Jahren zu der industriellen Massenermordung geführt haben, sondern auch Lehren für das politische Handeln heute daraus zu ziehen.
Den genauen Programmablauf und die einzelnen Workshops, die wir während dem Aufenthalt in Oswiecim durchführen, findet ihr in auf unseren SocialMedia-Kanälen. Außerdem werden wir bei unseren Informationsveranstaltungen, sowie den Vorbereitungstreffen das Programm vorstellen und alle aufkommenden Fragen versuchen beantworten.
Im Anmeldungsformular habt ihr die Möglichkeit uns eure Erwartungen und Wünsche mitzuteilen. Nach der Bestätigung eurer Teilnahme werdet ihr in unsere Reisegruppe hinzugefügt, in welcher ihr die Möglichkeit habt über Programmvorschläge abzustimmen und wir euch über das weitere Vorgehen auf dem Laufenden halten.
Zur Vorbereitung der Bildungsreise werden wir an zwei Nachmittagen geführte Diskussionsrunden sowie inhaltlich vorbereitende Workshops veranstalten. Zur Nachbereitung findet ungefähr zwei Wochen nach der Reise ein gemeinsamer Abend statt, in dem wir uns und unsere Erfahrungen austauschen.
Weitere Infos zur Fahrt oder dem SoliPack e.V. könnt ihr per Mail an info@solipack.de, auf unserer Website oder über unsere SocialMedia-Kanäle erhalten.
